Gurdjieff Heute

Informationen zu Gurdjieff, J. G. Bennett und Seminaren von Bruno Martin

18. – 20. März 2022

Südergellersen

Intention und Aktion

 

Wie können wir unsere Absichten und Handlungen zusammenbringen? Wenn wir aufmerksam hinschauen erkennen wir, dass beides oft nicht zusammenspielt: Absicht ohne eine weitere Handlung oder eine Handlung ohne Absicht. Das hilft uns nicht weiter. Wenn wir handeln aber diese Handlung unabsichtlich machen, dann wird unsere Aktion von irgendwelchen Impulsen gesteuert, von Emotionen oder gerade aufkommenden Gedanken – oder der Körper reagiert auf äußere Umstände, ohne uns dessen bewusst zu sein. Wenn wir eine Intention haben, eine Absicht, etwas auszuführen, ohne das dann auch zu tun, dann wird unser innerer Wille geschwächt.
Daher sollten wir daran arbeiten, beides tatsächlich zusammen zu bringen. Wie kann das geschehen? Eine Möglichkeit wäre bei einer Handlung, einer Aufgabe, die sich gestellt hat oder etwas, das wir uns vorgenommen haben, kurz innezuhalten und sich zu fragen: Was beabsichtige ich tatsächlich? Wenn wir die Movements machen können wir deutlich sehen – falls genügend Aufmerksamkeit vorhanden ist -, dass wir unseren Körper, Arme oder Füße bewegen, ohne dass wir eine bewusste Absicht dabei haben. Die Qualität der Bewegung entsteht erst mit dem Aufwachen des Bewusstseins in uns, das dann in der Lage ist, die Bewegung absichtsvoll auszuführen.
Bei anderen Aktionen, wie zum Beispiel beim Einkaufen, sind wir meist nur in die Absicht verstrickt, etwas Bestimmtes zu kaufen, aber wir sind uns der Handlungen nicht bewusst, sondern treiben einfach durch den Supermarkt. Ich beobachte häufig, wie Menschen da durch die Gänge gehen und so vertieft darin sind, etwas zu finden – oder sogar ziellos herumsuchen – und ihre Absicht völlig vergessen haben. Und darüber hinaus haben sie sich selbst vergessen, denn sie bemerken überhaupt nicht die anderen Käufer-innen, um vielleicht den Weg freizumachen…
In diesem Seminar möchte ich den Schwerpunkt darauf legen, wie wir in die Lage kommen, Intention und Aktion miteinander zusammen zu bringen. Eine gute Hilfe dabei ist, sich immer zu hinterfragen: Handele ich in diesem Augenblick absichtsvoll? Was ist meine Absicht und aus welchem Grund? Dient meine Handlung zu irgendetwas, was ich mir bewusst vorgenommen habe? Oder mache ich das, weil es einfach notwendig ist?
Mit solchen Fragen kommen wir möglicherweise in die Lage, die eigene Absicht klarer zu erkennen und sie dann mit der Handlung zu verbinden.
Wahrnehmungsübungen im Innen und Außen, praktische Arbeit, innere Übungen und Movements nach Gurdjieff werden uns darin unterstützen, Intention mit Aktion zu vereinen.

Zeit: Freitag 18. März ab 17 Uhr – Ende Sonntag 20. März 15 Uhr.
Ort: Südergellersen, Auf der Höhe 10
Seminargebühr: 200,- Euro
Hauskosten und Verpflegung: 70 Euro
Übernachtung im Haus, je nach Wetter auch in Zelten.

 

3. Juni – 5. Juni 2022

Südergellersen

Körper, Seele, Geist
Was bedeutet das eigentlich?

“Wir träumen von Reisen durch das Weltall. Ist denn das Weltall nicht in uns? Die Tiefen unseres Geistes kennen wir nicht.”
Novalis, Fragmente, um 1800

Dieses Pfingst-Seminar soll dazu anregen, nach innen zu schauen, um unseren eigenen Geist zu “erspüren” als Anteil am universellen Geist. Zu diesem Erspüren als ein weiterer Schritt zu unserer inneren Klarheit und Stärkung werden Wahrnehmungsübungen im Innen und Außen, Meditationen und Movements nach Gurdjieff uns darin unterstützen, unser wirkliches Selbst zu erkennen und zu leben, damit es «durch das durchscheint, was erscheint».

Bruno Martin wird aus seinem lebenslangen, vielfältigen Erfahrungswissen
in Wahrnehmungsübungen und Meditationen innere Türen öffnen zum Betreten des zeitlosen Raumes des Geistes.

Zeit: Freitag 3. Juni ab 16 Uhr bis Sonntag 5. Juni 16 Uhr.
Ort: Südergellersen, Auf der Höhe 10
Seminargebühr: 200,- Euro
Hauskosten und Verpflegung: 70 Euro
Übernachtung im Haus und in Zelten

16. – 18. September 2022

Südergellersen

Durch die Sinne zum Sinn

Körperwahrnehmung und Sinne – Sehen, Hören, Tasten, Riechen, Schmecken –
sind für die menschliche Transformation von großer Bedeutung. Gurdjieff betonte: “Der Hauptmotor ist für uns die Natur, die uns umgebende Welt. Die Natur übermittelt uns durch unsere Eindrücke die Energie, durch die wir leben, uns bewegen und sind.“ Dieser Aspekt ist außerordentlich wichtig, weil alle drei Nahrungsarten (physische Nahrung, Luft, Eindrücke) die Energien erzeugen, die nicht nur zur Erhaltung des physischen Körpers notwendig sind, sondern auch für das Wachstum der „höheren Körper“ gebraucht werden.
Die ganze Natur ist durchtränkt mit sensitiver Energie – der Sinnes-Energie. Man kann sagen, dass sie der Hauptproduzent dieser Energie ist und sie zu einem sensitiven Feld ähnlich der Biosphäre entwickelt hat – wenn wir in der Lage sind, sie wahrzunehmen. Tatsächlich haben viele Menschen nicht nur wenig entwickelte Gefühle, sie sind auch nicht sehr sensibel. Darüber hinaus sind die Sinne auch die Tür zum Sinn, zum Verstehen der Wirklichkeit und des größeren Zusammen­hangs, in dem ein Mensch lebt.
Gurdjieffs “Oktavengesetz” ist ein hilfreicher Ansatz für die Erkenntnis “kosmischer Gesetze” durch Klang und Rhythmus. Es geht ihm dabei nicht um “abstrakte” Theorien über den Einfluss von Galaxien und Planeten – es ist vielmehr ein Hinweis darauf, dass bestimmte Tonfolgen wie die Oktave, einen Einfluss auf unser Leben haben – und uns meistens nicht bewusst sind. Alles Lebendige hat seine eigenen rhythmischen und melodischen Muster. Ebenso hat jeder Mensch seine eigenen inneren Rhythmen, eine eigene Melodie. Jede körperliche Bewegung wirkt sich deshalb klärend und strukturierend auf Körper, Denken und Fühlen aus. Die Bewegungen nach G.I. Gurdjieff basieren auf diesen Erkenntnissen und können uns im Zusammenspiel von Musik und choreographierten Tänzen in ein lebendiges Erleben von geistigen Mustern und klarem Bewusstsein bringen.
Das Symbol des Enneagramms wird uns dabei leiten, die unterschiedlichen Rhythmen des Lebens deutlicher in unser Bewusstsein zu bringen und mit den eigenen Rhythmen zu verbinden.
Wenn wir mit wachen Sinnen und erwecktem Bewusst­sein den kosmischen Transformationsprozessen nachgehen, gelangen wir zu einem immer tieferen Verstehen des Lebens im Allgemeinen und unseres individuellen Lebens im Beson­deren.
Die Orientierung des Bewusstseins geschieht über das Sehen, das den Raum erschafft. Das Hören bringt uns mit den Rhythmen des Wandels, den zeitlichen Schwingungen in Kontakt. Je größer die Variationsbreite von Klängen und Schwingungen ist, umso reicher kann sich das Leben entfalten. Wir werden in diesem Seminar besonders auf das Thema Klänge, Rhythmen, Melodien eingehen.
Und die Bewegungen mit den “Movements” fordern alle Sinne, denn geht es nicht einfach darum, bestimmte Bewegungsabläufe zu lernen und auszuführen. Die besondere Musik, die Gurdjieff zusammen mit Thomas de Hartmann komponiert hat, spricht nicht nur die Sinne an, sondern auch die Gefühle und weckt eine Wahrnehmung, welche die “Sinne überschreiten” kann. Die Arbeit an den Tanzchoreografien kann deutlich machen, dass auch der Mensch analog zu einem Musikstück eine “Komposition” ist. Wir erfahren im Leben nicht nur ein körperliches Wachstum, sondern können auch unser seelisch-geistiges Wachstum fördern.
Mit dem “inneren” Tastsinn, insbesondere das damit verbundene Körper­gewahr­sein und die notwendige Achtsamkeit auf die Beteiligten innerhalb der Gruppe, wird Bewegung in Raum und Zeit erfahren.
Der Geschmackssinn kommt in diesem Seminar auch ins Spiel mit gemeinsamen Mahlzeiten und insbesondere dem rituellen Mahl.

Zeit: Freitag, 16. September ab 16 Uhr bis Sonntag, 18. September 15 Uhr.
Ort: Südergellersen, auf der Höhe 10
Seminargebühr: € 200,-
Hauskosten und Verpflegung: € 80,-
Übernachtung im Haus und in Zelten.

18.-20. November 2022

Südergellersen

Bewusste Erfahrung

In diesem Seminar werden wir uns mit der “Qualität einer Erfahrung” beschäftigen, durch Selbstbeobachtung, durch “Erfahrungen” in unserem Übungskreis. Es zeigt sich immer wieder bei den Seminaren, dass es bei allen Beteiligten recht wenig Aufmerksamkeit bei allen Aktivitäten gibt. Daran möchte ich mit euch arbeiten. Denn ohne Bemerken vieler Dinge, die wir tun, bleibt die Erfahrung leider immer oberflächlich.
Jede, jeder von uns, macht jede Sekunde, jede Stunde eine Erfahrung.
Doch unbewusste Erfahrung – also das, was ständig unbemerkt mit mir geschieht – trägt wenig zum inneren Wachstum bei. Damit meine ich auch den „Alltagstrott“, die vielen automa­tischen Abläufe und Verhaltensweisen, alle alltäg­lichen Aktivitäten wie Autofahren, einer Arbeit nach­gehen usw. Die meiste Zeit geschehen diese Aktivitäten automatisch, ohne wirkliche bewusste Teilnahme. Dieser Punkt ist nicht leicht zu verstehen, weil wir so befangen in diesen Hand­lungen sind, dass wir nicht bemerken, dass sie mehr oder weniger Routine sind und wir eigentlich gar nicht innerlich daran beteiligt sind. Selbstverständlich sind diese Routinen für das Funktionieren unserer Gesellschaft wichtig und notwendig – ich wäre froh, wenn ich mich auf die Fahrpläne von Bus, Bahn und Flugzeug verlassen kann – was heutzutage gar nicht mehr sicher ist!
Doch nur die Qualität bewusster Erfahrung kann ich in „mich“, in mein Wesen aufnehmen. Wenn Erfahrung mit mir „geschieht“, wenn ich mit offenen Augen „schlafe“, wie Gurdjieff diesen Zustand bezeichnet, dann nützt mir die Erfahrung, mag sie noch so interessant sein, nichts für mein inneres Wachstum.
Doch was ist Erfahrung überhaupt? Jeder Mensch macht eine „Menge Erfahrungen“. Alles, was wir erleben, ist eine Erfahrung. Wir nehmen ständig Sinneseindrücke auf, die vom Körper und den Neuronenaktivitäten im Gehirn in uns verar­beitet wird. Wir speichern auch eine ganze Menge davon ab und erinnern uns bei Gelegenheit oder durch bestimmte Impulse wie Gerüche oder Gefühle an diese Erfahrungen. Die meisten Eindrücke, die wir aufnehmen, werden jedoch unbe­wusst verarbeitet, das sagt auch die Gehirnforschung. Wie „wirklich“ kann dann diese „Wirk­lich­keit“ über­haupt sein?
Eine Gehirnmessung besagt jedoch nur, dass Sinnes­ein­drücke Spuren im Gehirn hinterlassen. Sie kann nichts dar­über aussagen, was wir erfahren und was diese Erfah­rungen in unserem Gehirn und Unterbewusstsein bewirken. Noch weniger kann damit die Qualität einer Erfahrung bewertet werden. Wo und wie wird die besondere Qualität abgespei­chert? Wahrscheinlich nicht nur im Gehirn, sondern im ganzen Körper, in jeder Körperzelle. Doch was geschieht mit bewussten, mit absichtsvollen Erfahrungen, die eine andere Qualität haben als unbewusste Erfahrungen? Bewusste Erfahrungen wirken intensiver, sie haben eine andere Energie als die automatische und ständige Aufnahme von Eindrücken aus der Innen- und der Außenwelt des Körpers.
Erfahrungen insgesamt sind tatsächlich nicht materiell, sie haben keine materielle „Substanz“, auch wenn sie Spuren im physischen, materiellen Körper hinterlassen.
Allein unter diesem Gesichtspunkt ist es von großer Bedeu­tung, ob Erfahrungen mit uns geschehen und ob wir positive oder negative Eindrücke und Informationen in dieses Feld gelangen lassen. Mit mehr Wachheit und Aufmerk­samkeit können wir einige Einflüsse so filtern, dass diese gar nicht die sensiblen Informationsfelder in unserem Körper erreichen. Glücklicherweise benötigen wir kein „technisches“ Instrument für diesen Filter. Wir haben die Fähigkeit zur absichtlichen, bewussten Wahrnehmung. Das Instrument dafür ist unser Bewusstsein – wenn es erwacht ist.
Und was bewirken “Erfahrungen” für unser Leben in der Welt? Wie beeinflussen sie unsere Handlungen, wie bewerten wir damit unsere Meinungen, unsere Sichtweisen, wie können wir einschätzen, welche Erfahrung der Grund für unser Handeln ist?
Innere Übungen, die wir mit der Morgenübung und Meditationen machen stimulieren die „Energie“ der Erfahrung. Daher geschieht bei jeder bewusst ausgeführten Übung auch eine Energie- und Informations­transformation, und das bedeutet, sie hinterlässt Spuren, auf denen man jedes Mal weiter aufbauen kann.
Ebenso geschieht bei der Ausführung der “Movements” eine Erfahrung, die ebenso die bewusste Energie weckt, die dann im inneren Körper gespeichert wird. Jedesmal, wenn wir eine tiefere Erfahrung mit bewusster Energie machen, wird diese “gespeichert” und “vermehrt” die bereits gespeicherte Erfahrungsenergie – wo auch immer… Deshalb können wir immer wieder an dieser Bewusstseinsqualität anknüpfen und ein gewisses “Bewusstseinskontinuum” bemerken. Mit “gewöhnlichen” Erfahrungen erinnern wir uns an bestimmte Ereignisse, doch diese Erinnerung hat nicht dieselbe Kraft wie das bewusste Feld, das wir erzeugt haben.
Vielleicht gelingt es uns in diesem Seminar diese Qualität der Erfahrung zu finden und Möglichkeiten zu erkennen, sie immer weiter zu vertiefen und sie auch in unser äußeres Handeln einbringen.

Zeit: Freitag, 18. November ab 16 Uhr bis Sonntag, 20. November 15 Uhr.
Ort: Südergellersen, Auf der Höhe 10
Seminargebühr: € 200,-
Hauskosten und Verpflegung: € 80,-
Übernachtung im Haus