Gurdjieff Heute

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Wie können Visionen verwirklicht werden?

Jeder Mensch hat eine Vision oder eine Vorstellung von Zielen, die er in seinem Leben verwirklichen möchte. Am Anfang des Erwachsenenlebens ist diese Vorstellung fast immer noch in Nebel gehüllt. Als junger Mensch fragt man sich vielleicht – wenn einmal die materiellen Wunschvorstellungen nicht im Vordergrund stehen: „Was will ich vom Leben?“ „Wie kann ich es erreichen?“ „Gibt es einen Sinn – und wenn ja, wie kann ich diesen ergründen?“

Das Samenkorn der persönlichen Lebensvision schlummert in jedem Menschen und wartet darauf, sich im Bewusstsein so entfalten zu können, dass es im Leben Früchte tragen kann. Auch wenn es manchmal ein langer Weg ist, bis sich die Vision entfalten kann, dringt sie doch auch in der „Schlummerphase“ immer wieder für kurze Momente an die Oberfläche des Wachbewusstseins. Das „Möglichkeitsfeld“ des Lebens bringt jeden Menschen immer wieder in Berührung mit der „Sinnfrage“. Ob ein Impuls aus diesem Feld angenommen wird oder nicht, entscheiden wir selbst aufgrund unserer Lebensumstände. Menschen erhalten immer wieder neue Impulse oder sind in Kontakt mit Menschen, die ihnen eine wichtige Anregung geben. Manchmal verfolgen sie diesen Impuls weiter, geben aber nach einer Weile wieder auf oder vergessen ihn. Die Möglichkeiten sind vorhanden – ob sie ins eigene Leben gebracht oder sogar verwirklicht werden, ist unbestimmt.

Es gibt Augenblicke, in denen die innere Lebensvision so stark hervordrängt, dass man nicht anders kann. Eine Veränderung steht an. „Visionen lassen die Trennungslinie zwischen dem Bekannten und Unerkennbaren… verschwinden. Sie flechten diese gleichzeitigen Wirklichkeiten ineinander, machen das Unsichtbare sichtbar…“ (Carolly Erickson).

Wenn unser Handeln vollkommen in Einklang mit dem inneren Wesen ist, verschwindet das „Ich-Gefühl“, und wenn dieser Zustand auftritt, entsteht ein Gefühl des Glücks und der inneren Freude. In diesem Moment ist das, was wir tun nicht geteilt in eine Absicht, die in einem Augenblick entsteht, und in eine Handlung, die zu einem anderen Zeitpunkt ausgeführt wird. Das „wirkliiche Tun“ ist der Seinszustand, in dem man ein Ganzes ist und „es keine Unterscheidung gibt zwischen ‚ich tue es’ und ‚es tut mich’. Es gibt nur die vollkommene Handlung, so vollkommen, dass kein Teil vom anderen getrennt ist.“ (John G. Bennett)

In diesem Zustand wissen wir, dass alles, was wir gerade tun oder vorhaben „richtig“ ist – in Einklang mit unserem ganzen Lebensfeld. In diesem Moment zeigt sich, dass unsere innere Vision mit dem äußeren Leben korrespondiert und die Dinge im Fluss sind, ohne dass wir uns mühsam anstrengen müssen. Die Kraft unserer Vision trägt uns und gibt uns die notwendige Energie, die wir brauchen, um nicht vom Wirken der Wirklichkeit getrennt zu sein, in diesem Glückszustand sind keine Grenzen mehr gesetzt. Und wenn etwas „wirklich richtig“ ist, nützt es nicht nur uns selbst, sondern allem Leben und allen anderen Menschen.

Auszug aus dem Buch „Der Wunderland-Effekt – Die Kraft geistiger Felder

(c) Bruno Martin 2011