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Was ist innere Arbeit?

Wer den Weg der Transformation geht liest oft von "innerer Arbeit". Aber wie kann ich "innerlich" an mir arbeiten? P. D. Ouspensky, einer der Protagonisten von Gurdjieffs Lehre betont: "Erkennen des Schlafs ist das einzig Wahre. Man muss Wege entdecken, wie man erwachen kann, aber zuvor muss man erkennen, dass man schläft." Das ist zuerst einmal die größte Herausforderung: Aber wie kann man erkennen, dass man schläft? Man schläft ja und bemerkt das nicht.
Wenn wir aus einem Schlaf aufwachen, bemerken wir, dass wir geschlafen haben. Doch im täglichen Leben befinden wir uns meistens im "Wachschlaf". Wir tun Dinge, entfalten Aktivitäten, fahren Auto usw. Doch die meisten dieser Dinge können "automatisch" ablaufen, weil sie geübt und routiniert sind. Dabei sind wir immer noch nicht wirklich wach und sind so identifiziert, dass wir nicht erkennen, dass wir keinen Kontakt mit unserem inneren, dem zweiten Leben haben. Erst wenn wir das bemerken - und das erfordert Übung der Aufmerksamkeit, überhaupt zu bemerken, dass wir im Alltäglichen verstrickt sind - können wir aufwachen. Und dann können wir daran arbeiten, diese Situation immer öfter zu bemerken.
Anthony Blake schreibt im Vorwort zu Bennetts Innere Welten des Menschen: "Es wird nicht verstanden, wie eine 'innere Arbeit' exakt sein kann und genauso präzise wie jede andere Art von Arbeit. In dem, was zum Beispiel als 'innere Übungen' bezeichnet wird, die Art von Übungen, die Bennett lehrte, gibt es eine Art der Arbeit, die vollständig jeder anderen technischen Qualitätsarbeit entspricht. Leider sehen das nur wenige. Die Mehrheit benutzt diese Übungen, um innere Zustände hervorzubringen, an denen sie sich dann erfreuen können. Die inneren Übungen sind aber dafür gedacht, uns zu befähigen, mit den wirklichen Eigenschaften der höheren Welten zu experimentieren und eine eigene Erfahrung damit zu machen. Ihre Macht und Bedeutung liegt in der Tatsache, dass sie das Maximum unserer Kräfte für Absicht und Aufmerksamkeit aktivieren." (Anthony Blake, Vorwort in "Die inneren Welten des Menschen", S. 12)
Die innere Arbeit kann erst beginnen, wenn wir mit Hilfe der Selbstbeobachtung bemerken, dass wir schlafen. Der nächste Schritt ist zu bemerken, mit wie vielen Dingen wir identifiziert sind. Es lohnt sich, einmal ganz ehrlich mit sich selbst zu sein und eine Liste über die Dinge zu führen, mit denen ich mich identifiziert habe und mir überhaupt aufgefallen sind. Die Voraussetzung dafür ist immer das Bemerken. Wenn ich nicht selbstkritisch und unvoreingenommen beobachte, was ich so tue, wie ich mich verhalte, wie ich mich fühle oder empfinde - und auf andere Menschen reagiere, dann bin ich nicht in der Lage, innerlich zu arbeiten. Es ist wichtig, eine Bestandsaufnahme von mir selbst zu machen und immer wieder etwas Ungewöhnliches tun, um aufzuwachen - wenn nicht die äußere Welt mich aufweckt.